|
|
|
 In
Mittelamerika |
In Ecuador |
 In Peru |
|
| Ecuador ist ein
schönes Land, jedoch konnten uns die Behörden nicht so richtig leiden. Und es kam eine
lange Zeit des Wartens. Wir verbrachten noch
Silvester mit guten Freunden in Quito und besichtigten
dann das Bergland auf unserer Tour Richtung Peru. |
| Kampf mit dem Zoll |
top |
| Nach 4
½ Stunden Flug, eine Stunde Verspätung, hatten wir endlich Quito
erreicht. Südamerika lag vor uns, und das Motorrad sollte einen Tag
später wieder bei uns sein. Quartier bezogen wir in einem netten und
gemütlichen Hostal in der Neustadt. Um ein 1 Uhr Nachts lagen wir endlich
in unseren Betten und freuten uns auf Morgen. |
| Den
nächsten Tag fuhren wir voller Tatendrang mit dem Bus zum Flughafen und
nach etwas Suchen fanden wir die Aduana. Gleich am ersten Schalter kam eine
Frage die wir gar nicht erwartet hatten. "Haben Sie ein Carnet de Passage ?"
Wir wussten zwar grob, was das ist. Laut unseren Informationen waren wir aber
bissher der Meinung, dass wir dies nirgends in Südamerika brauchen. Also
gingen wir zum naechsten Schalter, nachdem wir erfahren hatten, dass unser Bike
in Quito ist. Nächster Schalter, selbe Frage! Die Sekretärin wollte
uns zwar helfen, aber der Chef entschied, ohne "Carnet" geht es nicht. Was nun?
Nun folgte eine Zeit des Wartens, Hoffens und Fluchens. Als erstes versuchten
wir ein "Carnet" in Quito zubekommen, keine Chance. |
| Und nun war
Wochenende. Also versuchten wir uns, mit etwas Stadtbummel abzulenken. Dies
gelang uns mehr oder weniger. Am Sontag bekamen wir interresante
Gesprächspartner und Leidensgenossen. Richard und Christine aus England,
unterwegs mit einer BMW (27 Jahre alt). Sie hatten zwar ein "Carnet", aber ihr
Motorrad sollte sich 5 Tage verspäten. |
| Am Montag
gingen wir zur Botschaft. Vielleicht kann man uns ja dort helfen, dachten wir.
Nach kurzem Gespräch wollte die Konsulin uns einen Brief schreiben. Den
Brief konnten wir aber erst am Mittwoch bekommen, da er noch übersetzt
werden musste. Also hoffen bis Mittwoch. Am Mittwoch ging es wieder zur Aduana,
mit dem Brief von der Botschaft und einem Agenten für die Aduana. Ja, aber
auch so hatten wir keinen Erflog. Jedoch erreichten wir, dass wir wenigstens
unsere Klamotten aus dem Zollbereich holen konnten. |
| Zurück
im Hostal schrieben wir gleich eine e-mail an den ADAC und beantragten ein
Carnet.. Der ADAC antwortete prompt und regelte alles Vertragliche mit meinen
Eltern. Super toll und super schnell!!! In den der folgenden Woche, Montag
16.30 Uhr, verliess das Carnet München mit DHL und sollte zwei bis drei
Tage später in Quito sein. Super dachten wir. |
| Die lange Zeit des Wartens |
top |
| Um die
Woche Warten zu überbrücken, gönnten wir uns nun doch einen
Spanischkurs. Dieser war echt super, und kurzzeitig konnte ich recht gut
spanisch. Mehr als nur die Standartsätze. Von der Sprachschule aus gab es
verschiedene Aktivitäten. Eine forderte unseren ganzen Mut, denn es ging
zum Merrschweinchenessen. Ja, ja richtig gelesen. Der Anblick war schon etwas
erschreckend. Das Meerschweinchen lag da wie ein Spanferkel, nur viel kleiner.
Schmecken tut es etwa wie Kaninchen, aber etwas zäher. Die meisten Abende
verbrachten wir auf der Tourimeile Quitos. |
| Dort
lernten wir auch Matt und Ed aus Colorado kennen. Sie fahren beide Honda XR und
wollen auch nach Ushuaia. Sie hatten die gleichen Probleme wie wir und ein
grosses mehr. Ihre Bikes sollten Anfang Dezember von San Jose aus in Quito
sein, aber sie sollten erst am selben Tag wie wir ihre Moppeds bekommen. Und
dies sogar ohne "Carnet"! Sie hatten das Glück, Ricardo, einen
Moppedfahrer aus Quito, getroffen zu haben. Er verschaffte ihnen einen Brief
vom Tourismusministerium, und dieser brachte den gewünschten Erfolg. Wir
hatten Ricardo leider einen Tag zu spät getroffen, und so war unser
"Carnet" schon bestellt. |
| Wir alle
zusammen verbrachten ein paar schöne Abende in Quito zusammen. Ja, und
auch Gary gesellte sich fuer zwei Abende dazu. Er war durch Kolumbien nach
Ecuador gereist, ganz ohne Probleme und ohne Frage nach einem "Carnet". Nach
einer Woche Spanischunterricht sollte unser "Carnet" eigentlich da sein, aber
wie fast zu erwarten (fast jeder konnte uns Geschichten über DHL
erzählen), kam es nicht. So machten wir uns auf, bei DHL näheres zu
erfahren, da wir leider keine Versandnummer hatten und so den Sendeverlauf im
Internet nicht verfolgen konnten. In der DHL-Stelle bekamen wir einige Infos.
Die erste war, sie wussten wo unsere Sendung ist. Die zweite hiess, sie ist in
Amsterdam. Und die dritte war die Versandnummer. Von nun an schauten wir
stündlich im Internet, ob sich am Sendestatus etwas geändert hat.
Aber wir sahen immer nur die selbe Info: " Sendung im Transit durch Amsterdam".
Wir hatten keine Ahnung was das bedeuten soll. Interresant war auch, dass
unsere Sendung 4 TAGE von Münschen nach Amsterdam gebraucht hatte, in
dieser Zeit sollte sie schon in Quito sein. Selbst die Post schafft das heute
schneller und dafür bezahlt man für 25 Blätter über 100,-DM
- Sauerrei!!! |
| Nun war
wieder Wochenende und dazu noch Weihnachten. Also passiete in Quito gar nichts
mehr und bei DHL wahrscheinlich weltweit auch nicht. Nun überlegten wir,
was wir am Heiligabend so machen könnten. Wir entschieden uns, ein
bisschen selbst zu kochen und die mehr als 70 Fernsehkanäle zu testen. Die
meisten Sender brachten Filme auf englisch mit spanischen Untertitel. So
konnten wir gleich unsere Spanischkenntnisse erweitern. Ich sah an diesem
Wochenende 3 oder 4 mal "Jesus" und einige Aktionfilme. Zu unserem Glück
gab es in Ecuador keinen zweiten Weihnachtsfeiertag und so änderte sich am
26.12. um 10.00 Uhr die Anzeige im Internet. "26.12. 8.00Uhr - Sendung in
Auslieferung". Super dachten wir, dann könnte unsere Twin noch ein
Weihnachtsgeschenk werden. Um 12.30Uhr hatte es DHL endlich geschafft unser
Päckchen auszuliefern; auf einer betagten 125ccm. Vielleicht brauchten sie
deshalb so lange. |
| Nun ging es
wieder zum Flughafen, besser gesagt zum Agenten. Diesen hatten wir früh
angerufen,dass wir Nachmittag kommen würden. Beim Agenten war nur die
Sekretärin und offerierte uns, ihr Chef wäre in einer Versammlung und
käme in 15 Minuten zurück. Wir warteten über eine Stunde und die
Zeit rannte uns davon. So liesen wir uns genervt unsere Papiere geben und
versuchten unser Glïck wieder alleine. Aber schon am ersten Schalter
scheiterten wir. Ja, es war mehr als verrückt. Nun hatten wir endlich
dieses blöde "Carnet" und keiner wusste, damit etwas anzufangen. Zum
Glück kam unser Agent doch noch und versuchte zu klären, was zu
klären war. Aber auch er war an diesem Nachmittag einige male der
Verzweiflung nahe. Vielleicht hatten ja die Angestellten der Aduana zu viel
Weihnachten gefeiert und bräuchten eigentlich etwas Urlaub. Irgendwann war
es dann endlich so weit und ich erhielt den letzten Stempel auf dem Carnet
(jeder war der Meinung einen Stempel im Carnet loswerden zu müssen, und
ich konnte nicht jeden verhindern, aber keiner war völlig deplaziert). Ich
bezahlte die Gebühren von 40,-US$ und stand kurz davor, meine Twin aus
ihrem Gefängnis befreien zu können. |
| Auch Matt
und Ed standen vor dem selben freudigen Ereigniss. Matt wurde allerdings sehr
blass, als er sein Motorrad sah, da es liegend zwischen zwei Paletten
transportiert wurde und eher wie eine Schrottlieferung aussah. Unsere Kleine
war im besten Zustand, das wusste ich ja schon vom Sachen holen, und verliess
nach 19 Tagen gegen 17.00Uhr den Zollbereich Quitos. Schnell noch den Agenten
bezahlt und dann ins Hostal getuckert. Was für eine Wohltat! Das erste
Tanken wurde auch zum Hochgenuss - 12 Gallonen = 12US$. Jedoch ab Januar wurde
es etwas teurer, aber für unsereins immer noch billig. |
| Ein ruhiger Rutsch ins neue
Jahr |
top |
| Im Hostal
angekommen wurde unsere Kleine erstmal von uns begutachtet und gebusselt. Ja es
konnte wirklich weitergehen. Aber erst mal wollten wir Silvester mit Deddi und
Peter verbringen, die den nächsten Tag aus Ilmenau zum Bergsteigen kommen
sollten. Wir holten unsere beiden Kletterfreunde vom Flughafen ab und
geleiteten sie zu unserem Hostal. Sie waren schwer bepackt. Jedoch hatten sie
nicht nur Bergsteigerklamotten mit, sondern auch kiloweise Geschenke. Unsere
Eltern und Freunde wollten uns halt aus der Ferne was gutes tun. Wir waren
begeistert und freuten uns wie verrückt. Nun gab es erst mal viel zu
erzählen. Wir über uns und die beiden, was in Ilmenau so los ist.
|
| Einen Tag später
folgte die obligatorische Fahrt zum Äquator, natürlich nicht ohne
Fotos von uns und der Twin mit dem Denkmal im Hintergrund. Auf der Fahrt
dorthin gab es eine andere freudige Übertaschung. So lange du mit deinem
Mopped an der Maut-Schranke vorbeipasst, brauchst du nicht zu zahlen.. Einfach
genial! Wir gönnten uns noch eine weitere Ausfahrt in den Norden, und
Deddi und Peter bestiegen den Hausberg Quitos (4700m). |
 |
| Nun war
Silvester, und wir waren bereit für die Party. Erstmal ging es auf die
Tourimeile, um den Magen etwas zu tun zu geben. Dort trafen wir auch Dag und
Bente wieder, welche per e-mail mit uns Kontakt aufgenommen hatten. Das
Internet ist wirklich ein Segen. Während Tini mit den beiden
Kletterfreunden die Strasse unsicher machte, tauschte ich die neusten
Erlebnisse mit Dag und Benthe aus, und auch Jens gesellte sich zu uns. Er
fährt auch "Africa Twin" und wir hatten ihn vor einer Woche hier
kennengelernt. Er war zur Zeit mit seiner Freundin unterwegs, welche in Ecuador
ihren Urlaub verbrachte. Jens ist wie wir dabei, die PanAm abzufahren. |
| Die beiden
Norweger sahen etwas lediert aus, und wie wir erfuhren, hatten sie kurz vor
Quito einen Unfall. Dag war nicht ganz bei der Sache und übersah die
diagonal kreuzende Eisenbahnlinie. Sein Vorderrad wollte unbedingt der Schiene
folgen, und es geschah, was geschehen musste - ein Überschlag mit etwa
Tempo 60 km/h. Zum Glueck waren beide und das Bike mehr oder weniger wohl auf.
|
| Gegen 23.00
Uhr trennten wir uns, um ins neue Jahr zu rutschen. Nun wollte auch ich ins
Partygetümmel. Als wenn wir verabredet währen, traf ich Tini, Deddi
und Peter wieder. Allerdings sah ich nicht mehr viel vom Trubel, da
plötzlich gegen 23.30Uhr alle nach Hause gingen, und kurz vor 24.00Uhr
waren die Strassen wie ausgestorben. Das hatten wir nun nicht erwartet, aber
den eigentlichen Jahreswechsel feiern die Ecuadorianer in Familie. So gingen
auch wir wieder langsam zum Hostal und wollten auf dem Weg wenigstens noch ein
bisschen Feuerwerk geniesen. Jedoch in jedem Dorf in Deutschland wird mehr
geballert, als in Quito. Hier ist es Tradition, Strohpuppen, die meist
Politiker darstellen, zu verbrennen. So rutschten wir sehr ruhig ins neue Jahr,
und noch viele Tage unserer Reise liegen vor uns. |
| Durchs Bergland nach Peru |
top |
| Den
nächsten Tag trafen wir uns nochmal mit Jens, Dag und Bente und tauschten
Reisepläne aus und verabredeten uns für Ushuiaia, um dort eine Party
zu feiern. Nun hiess es also nach etwa 4 Wochen Quito, das Moppedchen voll zu
bepacken und endlich weiter zureisen. Am 2. Januar verliessen wir unser
Zuhause. Am Ende des Grossraumes Quito, in Machachi, wurde uns das Weiterfahren
nicht einfach gemacht. Eine riesige Menge junger Menschen blockierte die PanAm
und bewegte sich in Richtung Hauptstadt. Am Strassenrand brannten sogar die
ersten Reifen. Was machen? Die meisten einheimischen Autofahrer wendeten und
versuchten, irgendwelche Schleichwege zu nutzen. Nur einer wagte sich durch die
Menge hindurchzufahren und hatte keine sichtbaren Probleme. So beschlossen wir
auch, tapfer weiterzufahren. Die erste Reihe machte bereitwillig Platz und gab
Anordnung, uns eine Gasse zu machen. Wir passierten den Demonstrationszug ohne
Zwischenfälle und atmeten erleichtert durch. |
| An diesem Tag fuhren wir
noch bis Guaranda, vorbei am Chimborazo, den höchsten Berg Ecuadors. Auf
dieser Strecke fuhren wir auch das erste Mal über 4000m, und die Kleine
lief ohne Probleme. Den nächsten Tag wollten wir von Guaranda nach
Riobamba fahren, aber wir fanden die Piste nicht, und das Suchen wurde uns von
weiteren Schüler- und Studentenprotetsten erschwert, welche im ganzen Land
stattfanden. Ortskundig wie wir waren, mussten wir mitten durch den
Demonstrationsbereich oder besser gesagt durch den Kampfschauplatz fahren. Wir
wurden zwar noch freundlicherweise von Schülern darauf hingewiesen, dass
Tränengas verschossen wird, aber genau wo, wussten wir nicht. |
 |
| Wir fanden den Ort aber
schneller als gewollt. In etwa 200m sahen wir Polizei in voller
Kampfausrüstung, und direkt bei uns waren steinewerfend Jugendliche. Ich
gab einfach Gas, machte schnell noch mein Visir zu und versuchte, die
nächsten 200m nicht zu atmen. Wir schossen an der staunenden Polizei
vorbei, aber unsere Augen tränten, und der ekelhafte Gestank war unter den
Helm gezogen und sollte erst eine viertel Stunde später wieder
verschwinden. |
Für alle die mal Wissen müssen was Tränengas auf
spanisch / englisch heisst ... esp: Tränengas [n] gas
lacrimógeno [m] eng: Tränengas [n] tear-gas
[noun]
(hätte man ja fast selber drauf kommen können ...) |
Wir wussten von Dag,
dass es am Chimborazo entlang eine Piste geben soll und fuhren diese Strecke,
wobei wir von einer nagelneuen Teerstrasse nach etwa 10km Schotter
überrascht wurden. An diesem Morgen war der gigantische Berg fast ohne
Wolken, und unser zweiter Besuch hatte sich wirklich gelohnt. Die
nächsten Tag fuhren wir über Cuenca und Loja nach Macara, wo wir nach
Peru einreisen wollten. Die Strasse zwischen Cuenca und Loja war jedoch
furchtbar schlecht und bei weitem nicht durchgängig asphaltiert, so wie es
in unserem Handbuch stand. Von den Anden Ecuadors konnten wir leider auch nur
wenig sehen, da wir die meiste Zeit durch Nebel und Nieselregen fuhren. In
Macara war es jedoch trocken und deutlich wärmer. Schliesslich waren wir
fast wieder auf Meereshöhe und in den südlichen Tropen. |
 |
| Die
Ausreise verlief völlig problemlos, und die Zollbeamten wussten besser
bescheid, wie man ein Carnet ausfüllt, als ihre Kollegen in Quito. Nach
etwa 5 Wochen verliessen wir Ecuador mit ein paar Spanischkenntnissen mehr und
der Erfahrung, dass es dämliche Beamte überall auf der Welt
gibt. |
| Adios
Ecuador!!! |
| top |
|
|
|