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 In Mexiko - Der
Süden |
In Mittelamerika |
 In Ecuador |
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| Nachdem wir Mexiko nun also verlassen hatten, ging unsere Reise
durch Mittelamerika. Dieser Reiseabschnitt war sehr interessant und
erlebnisreich. Wir hatten viele Grenzen zu überqueren und sahen viele
Gegensätze. Unsere Route führte uns durch Belize, Guatemala,
Honduras, Nicaragua,
Costa Rica und Panama. |
| Belize |
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| Der erste
Grenzübertritt in Zentralamerika verlief im grossen und ganzen problemlos.
Das Land hatte für mich ja auch den Vorteil, dass ich englisch sprechen
konnte. Wir hatten nur ein einzig richtiges Problem. In Belize (früher
British-Honduras) ist man per Gesetz verpflichtet, eine Haftpflichtversicherung
zu haben. Dies ist eigentlich voll OK. Leider hat die Versicherungsgesellschaft
beschlossen, Motorradfahrer zu ärgern. Bis vor etwa ein Jahr konnte man
diese Versicherung Tage-, Wochen- oder Monatsweise abschliessen. Für
Autofahrer gilt dies noch heute, nur nicht für Moppedfahrer. Wir mussten
eine Versicherung für 3 Monate abschliessen und das, obwohl wir max. nur
eine Woche in Belize bleiben wollten. Mit der Hilfe des Versicherungsagenten
bekamen wir wenigstens die Hälfte davon bei der Ausreise zurück, aber
wir waren schon ein bisschen sauer. In Belize selber konnten wir allerdings
nicht viel unternehmen, da hier der Hurrikan noch mehr Überschwemmungen
als in Mexiko zurückgelassen hatte. So durchquerten wir Belize in 3 Tagen
und nutzten es als reines Transitland. Was wir aber von der Strasse aus gesehen
hatten, hat uns schon gefallen. Und man kann hier bestimmt einen schönen
Urlaub verbringen. Allerdings hatten wir noch ein zweites Problem. Wir
brauchten Geld. Wir mussten jedoch feststellen, dass Geldautomaten, die
internationale Kreditkarten akzeptieren, nur in Belize City zu finden waren.
Ja, und da wollten wir gar nicht hin. So mussten wir Geld direkt bei einer Bank
abheben, und die Gebühren hat sicher nur die Bank gefreut. Man kann in
diesem Land, welches nicht grösser als Hessen ist, aber auch lustige
Sachen sehen. So fuhren wir nach Belmopan - das Hauptdorf von Belize.
Hauptstadt wäre übertrieben, da dort gerade 7000 Menschen leben, und
das Zentrum doch eher mit einem Dorfmarktplatz zu vergleichen ist. So ist das
eben, wenn man der grössten Stadt den Titel "Hauptstadt" wegnimmt und eine
Siedlung künstlich zur Hauptstadt aufwerten will. Die Menschen waren alle
sehr freundlich zu uns, und wir fühlten uns wohl in diesem kleinen Land,
welches als Übergang von Nord- nach Mittelamerika zu verstehen ist. Bei
der Ausreise wurde uns noch mal tief ins Portemonnaie gegriffen, aber auch
daran mussten wir uns in Mittelamerika gewöhnen. |
| Guatemala |
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| Nachdem wir die
Formalitäten zügig hinter uns gebracht hatten, und ein Aufkleber
(Permiso) die Scheibe unserer Twin zierte, konnten wir nach Guatemala hinein
tuckern. Wir gönnten uns erst mal eine Pause, bevor wir in die Nähe
von Tikal fahren wollten. Wir wussten, dass die ersten 20km eine sehr schlechte
Schotterpiste sein sollten. Während wir da so sassen, hörten wir ein
Motorrad, und es klang nach mehr als den hier üblichen 125 oder 250ccm.
Und schon sahen wir das Mopped. Es war eine Transalp mit argentinischem
Kennzeichen. Sein Fahrer hatte unsere Kleine auch schon von weiten gesehen und
stoppte bei uns. Der Fahrer war Javier aus Buenos Aires, welcher auf dem Weg
gen Norden war. Im Frühjahr 2001 will er dann nach Europa. Mein Blick
schweifte über sein Motorrad und blieb beim Hinterrad hängen. Leider
musste ich ihn darauf hinweisen, dass er einen Platten hatte. Wie er uns sagte,
sein erster auf der Reise. Er pumpte seinen Hinterreifen mit einem Wunderschaum
auf und ist dann so bis zur nächsten Llanteria weitergefahren. Jedoch
bevor er weiterfuhr, tauschten wir noch die obligatorischen e-mail-Adressen
aus, und er gab uns eine Adresse in Buenos Aires von einen Motorradclub, wo wir
eventuell nächtigen können Auch wir machten uns auf, an unser
Tagesziel zu kommen. Die ersten 20km waren wirklich schlecht, aber danach wurde
die Strasse zur Rennpiste. Nach Hurrican Mitch hatte Guatemala beschlossen,
viele Strassen neu zu bauen oder zu reparieren. So auch im Peten, der
eigentlich fast unzugänglichen Dschungelprovinz. Und sie taten dies in
einer beindruckenden Art und Weise. So konnten wir recht bald unser Zelt an
einen herrlichem See aufbauen. Am nächsten Tag stand unsere letzte
geplante Mayastadt auf dem Programm. Tikal - diese Stadt war einst eines der
bedeutendsten Mayazentren. Die Ruinen liegen tief versteckt im Dschungel, und
bis heute sind wahrscheinlich nur die wichtigsten Bauwerke freigelegt. Aber
diese zählen zu den bekanntesten. Hier steht auch die meist fotografierte
Mayapyramide der Welt. Die Bauwerke haben uns durch ihre Bauweise und
Grösse fasziniert. Ein Rundgang durch Tikal schliesst auch gleich einen
kleinen Dschungelspaziergang mit ein. Nach einer kurzen Besichtigung von
Flores, der Hauptstadt der Provinz Peten, ging es durch den Dschungel Richtung
Atlantik-Highway und weiter Richtung Guatemala City. Auf dem Weg sind wir eine
Nacht auf der Finca Ixobel geblieben. Ein herrlicher Ort, um ein oder zwei
Nächte abzuspannen. Die Finca verwöhnt einen mit köstlichem
Essen und einem tollen Service. Als wir von der Finca weggefahren sind, sahen
wir eine BMW mit zwei Personen, und wir sollten sie noch zwei mal
wiedertreffen. Das erste Treffen fand nach ca. 150 km statt. Wir machten wieder
einmal eine Rast, und da war sie wieder. Wie sich herausstellte, war der Fahrer
Reiner und die Sozia seine Freundin. Reiner lebt seit etwa 9 Monaten in
Honduras und hatte einen Kurzausflug nach Tikal gemacht. Er war mal auf der
selben Reise wie wir und ist in Gracias / Honduras hängen geblieben. Er
hat uns spontan eingeladen, ihn zu besuchen, wenn wir durch Honduras fahren.
Und dies sollten wir auch noch tun. Guatemala - Stadt begrüsste uns mit
einem riesigen Stau. Auch hier war man fleissig am Strassen bauen. Eigentlich
wollten wir zum Hondahändler fahren, um ein paar Ersatzteile zu besorgen.
Dank der guten Ausschilderung waren wir allerdings an der Abzweigung
vorbeigefahren und auf der anderen Seite der Stadt. So beschlossen wir, erst
mal weiter zum Lago Atitlan zu fahren und auf dem Rückweg unser Glück
noch mal zu versuchen. Schliesslich mussten wir auf dem Weg nach Honduras hier
noch mal durch. Auf dem Weg zum Lago kamen plötzlich zwei schwer bepackte
Reiseenduros an uns vorbei. Wir sahen sie allerdings zu spät, da wir
wieder hinter einem Bus mit dessen Russwolken kämpften. Am Lago Atitlan
fuhren wir zum Örtchen San Perdo Laguna. Zu diesem Dorf ging es
früher nur per Boot, aber heute gibt es eine kleine aber sehr gute
Strasse. Am See erholten wir uns zwei Tage, was bei den herrlich niedrigen
Preisen kein Problem war. Der See selber ist sehr schön und ist von hohen
Bergen und Vulkanen eingerahmt. Wir hoffen, dass sich nicht so viele Touris
nach San Pedro verlaufen werden, wie nach Panajachel. Der Hauptort am See ist
doch sehr von Touris überlaufen und hat schon seine ersten Bausünden
aufzuweisen. Wir verliessen den See, um uns Antigua, die ehemalige Hauptstadt,
anzusehen. Auf dem Weg dorthin, wir tranken gerade einen Kaffee, hielten zwei
Reiseenduros vor dem Restaurant. Es waren die selben, die wir auf dem Weg zum
Lago Atitlan schon gesehen hatten. Auch sie hatten uns gleich wiedererkannt. So
lernten wir Gerald aus Österreich, sowie Benthe und Dag aus Norwegen
kennen. Wir fuhren dann zusammen nach Antigua und versuchten, im selben Hotel
wie die drei unterzukommen. Leider war schon alles ausgebucht. So machten wir
uns auf Hotelsuche und fanden ein schönes und günstiges. Abends
trafen wir uns dann alle in einer netten Kneipe und tauschten Reiseerlebnisse
und Erfahrungen aus. Gerald ist mit einer BMW unterwegs, und die beiden
Norweger auf einer Triumph Tiger. Die 3 waren fast gleichzeitig in New York
lossgefahren und hatten sich zufällig in San Cristobal (Mexiko) getroffen.
So fuhren sie zusammen bis Antigua. Hier trennten sich die Wege wieder, und
alle fuhren alleine weiter Richtung Feuerland. Wir hoffen, dass wir uns
irgendwo auf der Reise gen Süden wiedertreffen werden. Von Antigua aus
fuhren wir noch mal ohne Gepäck nach Guatemala City und fanden diesmal den
Hondahändler auf Anhieb. Unsere Freude war riesig, als wir eine Twin im
Schaufenster sahen. Aber es folgte Ernüchterung, als wir die Preise
für die Ersatzteile erfuhren. Sie kosteten mindestens das Doppelte als in
Deutschland. So gönnten wir uns nur ein Kettenblatt und ein Kettenritzel.
Nach einer neuen Kette wollten wir später wo anders noch mal schauen. Nach
all diesen Erledigungen verliessen wir Antigua und fuhren zur honduranischen
Grenze. Wir nutzten so weit es ging Nebenstrassen. Diese waren durch das
Strassenbauprogramm in phantastischem Zustand, und so erreichten wir zwei Tage
später Honduras, aber nicht ohne die üblichen Ausreisegebühren
zu entrichten. Guatemala hat uns sehr gefallen und hat eine Menge zu bieten.
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| Honduras |
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| Auch hier hatten wir
einen problemlosen Grenzübertritt, allerdings auch unseren teuersten.
Für unsere Twin mussten wir rund 30US$ bezahlen. Nach dem letzten Check
der Papiere durften wir nach Honduras hineinfahren. Unser Weg führte uns
direkt nach Gracias, um die Einladung von Reiner in die Tat umzusetzen. Die
Fahrt dorthin verlief problemlos. Wir stellten jedoch schnell fest, dass die
Autofahrer hier völlig chaotisch fuhren. Überholt wurde immer und
überall, egal ob Kurven oder gar Gegenverkehr kamen. In Gracias brauchten
wir gar nicht lange zu suchen, wo Reiner wohnt, denn er kam uns zufällig
am Ortseingang entgegengefahren. Gracias ist die Hauptstadt der Provinz
Lempira. Jedoch ist es eher eine verschlafene Kleinstadt. Nach Gracias
führt nur eine Asphaltstrasse, alle anderen sind Schotterpisten. Reiner
wohnt in einer Wohnung auf dem Grundstück eines deutschen Freundes. Diesen
lernten wir jedoch nicht kennen, da er gerade in "good old Germany" weilte. Das
Stückchen Land hatte von seinem Besitzer den Namen "Finca Bavaria"
bekommen. Wir als Thüringer schlugen unser Zelt jedoch sehr gerne in
"Bayern" auf, schliesslich war es völlig umsonst, und die Bewohner (nicht
nur Reiner) waren eine nette Truppe. Es gab viel zu erzählen und die
Abende wurden mit Spielen verbracht. Auch hier konnten wir wieder einen
Geburtstag mitfeiern, diesmal jedoch einen europäischen. Das
Geburtstagskind war Christoph aus Frankreich, welcher mit seiner deutschen
Freundin in Gracias lebt. Sie ist in der Entwicklungshilfe tätig. Die
Party war sehr lustig, jedoch wurde sie durch unangenehme Zwischenfälle
getrübt. Ja, auch in Honduras sind Ausländer nicht unbedingt immer
willkommen, allerdings kaufen diese auch viele Ländereien und Häuser
auf und die meist armen Honduraner können nur zuschauen. Wir konnten den
Unmut der Honduraner verstehen, hoffen jedoch, dass dies Ausnahmefälle
bleiben. Einen Tag machten wir uns zusammen mit Reiner auf, die Umgebung mit
den Motorrädern zu erkunden. Diese Tour war die härteste, die wir bis
dahin gefahren sind. Die Schotterpiste führte uns in eine entlegene Gegend
zwischen Gracias und der Grenze zu El Salvador. Schotterpiste ist für
diesen Weg jedoch noch eine freundliche Umschreibung. Leichte
Vollkrossmotorräder wären hier angebrachter gewesen als eine Twin und
eine BMW. Die Piste war übersät mit Felsbrocken, tiefen Querrillen
und losem Sand. So lag die Twin leider auch zwei mal auf der Seite, aber ich
hatte mir Mühe gegeben, sie sehr sachte abzulegen. Auf der Hälfte der
Strecke hatten wir dann doch ein Problem mit unserer Kleinen. Das ständige
extreme Geholpere hatte die Benzinpumpe undicht werden lassen. So lief genauso
viel Sprit aus der Pumpe, wie sie zu den Vergasern pumpte. Die Konstruktion der
Pumpe ist einer Enduro völlig unwürdig, und so war es nur eine Frage
der Zeit, bis dies geschehen musste. Mit einer Schraubzwinge und
benzinresistentem Kleber konnten wir jedoch alles wieder in Ordnung bringen.
Reiner s BMW musste die Ausfahrt mit einer kaputten Benzinwanne bezahlen. Dies
war ein deutlich grösseres Problem. Jedoch sollte er jetzt eine neue aus
Deutschland bekommen haben. Trotz der Unannehmlichkeiten war es eine tolle
Ausfahrt, und ich habe gelernt, was man mit einer Twin alles machen kann. Schon
beeindruckend für ihre Grösse. Nachdem unser Mopped wieder fit war,
verliessen wir nach etwa einer Woche Gracias und fuhren auf direktem Weg nach
Nicaragua. Wir fuhren noch mal eine längere Schotterpiste, aber diesmal
ohne Probleme und durchquerten die Hauptstadt. Nach 3 Tagen hatten wir die
Grenze erreicht und wollten nun schauen, was aus unseren Spenden für
Nicaragua geworden ist. |
| Nicaragua |
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| Nicaragua war das
einzige Land, über das wir schon etwas bescheid wussten. Schliesslich
haben wir darüber genug in der Schule erfahren. Und in unseren alten
Pionier- und FDJ-Zeiten hatten wir ja auch fleissig gespendet. Unser erster
Eindruck war jedoch von den Auswirkungen des Hurrican "Mitch" geprägt.
Gerade an den Strassen waren die diese noch stark zu spüren. Jedoch ist
man überall bemüht, wieder Ordnung zu schaffen. Die Freundlichkeit
der Menschen hat uns sofort gefallen. Sie waren schon ein bisschen anders als
die Honduraner. Unser Weg führte uns direkt nach Granada, eine der
ältesten und bedeutendsten Städte Nicaraguas. Auf dem Weg dorthin,
wir waren durch ein Überholmanöver gerade wieder einer riesige
Russwolke entkommen, stoppten uns zwei Polizisten. Sie sagten uns, wir
hätten bei einer durchgezogenen Linie überholt. Mag ja sein, dass es
eine solche gab. Die Strassenmaskierungen waren jedoch höchstselten zu
sehen. Entweder war der letzte Pinselstrich mindestens 10 Jahre her oder die
Linien waren auf Grund tausender Flickstellen unsichtbar. Wir versuchten dies
nun zu erklären, auch weil wir uns sicher waren, dass sie den
Überholvorgang gar nicht gesehen hatten. Denn zwischen uns und der Polizei
war ein kleiner Hügel zu diesem Zeitpunkt. Nach 10 Minuten
Erklärungen (mein spanisch war plötzlich 100% besser, als sonst) und
mehreren Überholvorgängen direkt neben uns, fragte ich, ob hier nur
Touris angehalten werden. Plötzlich bekam ich die Papiere zurück und
uns wurde eine schöne Reise gewünscht. Schwein gehabt. Die war nicht
unser Tag! 30km später war ein Autofahrer zu sehr mit seiner Beifahrerin
beschäftigt und sah nicht, dass wir an der Kreuzung warten mussten. Mit
zum Glück kleiner Geschwindigkeit fuhr er auf uns auf. Da aber an unserem
Mopped alles in Ordnung war, fuhren wir nach ein paar Minuten weiter und
erreichten kurz darauf Granada. Die Stadt selbst hat eine sehr schöne
Altstadt und liegt direkt am Lago Nicaragua. Wir fanden in einem Tourihostal
für die nächsten zwei Nächte eine Bleibe. Die Twin musste ich
über zwei mehr oder weniger grosse Stufen wuchten, damit sie sicher im
Innenhof stehen konnte. Aber langsam gewöhne ich mich an solche Kraftakte.
Nach diesem Balanceakt wollten wir uns die Stadt ansehen. So besichtigten wir
die Innenstadt und das Seeufer und nutzten die langersehnte Möglichkeit
e-mails zu schreiben. Nun wollten wir eigentlich auf die Insel Ometepe reisen.
Dies ist die grösste Süsswasserinsel der Welt und liegt im Lago
Nicaragua. Leider war das Wetter nicht besonders einladend, und wir hatten
Angst, auf der Insel nichts unternehmen zu können. So fuhren wir nach San
Juan del Sur an die Pazifikküste. Dieser Ort ist ein verträumtes
Dörfchen, welches um die Weihnachtszeit von Nicas (dies ist hier kein
Schimpfwort) und Touris überlaufen ist. In direkter Nähe gibt es
herrliche Strände und einsame Buchten. Wir entschieden uns, hier ein wenig
auszuruhen. Dem schönen Nichtstun widmeten wir uns eine Woche. Gleich am
zweiten Tag lernten wir Manfred aus Thüringen kennen, welcher nach
Nicaragua ziehen möchte. Zusammen verbrachten wir ein paar gesellige
Abende. Nach so viel Erholung lockte uns jedoch wieder die Strasse, und wir
fuhren weiter nach Costa Rica. Die Grenze hielt eine grosse Überraschung
für uns bereit. Wir hatten fast allen Papierkram erledigt, es fehlte nur
noch ein Stempel, da sagte man uns, wir müssten etwas warten. Warum? Nun
teilte man uns mit, dass in Costa Rica seit einer Woche die LKW-Fahrer an der
Grenze streiken. Sie hatten mit zwei LKW s den Übergang blockiert. Deshalb
warteten so viele Truck s vor der Grenze. Was nun? Zurück konnten wir
nicht mehr, da wir laut Pass schon ausgereist waren. Also hiess es warten. Nach
einer Stunde Nichtstun kam plötzlich Hektik unter den anderen Touris mit
Fahrzeug auf. Unser Guide schnappte meine Papiere und rannte zum Schalter, wo
es den letzten Stempel gab. Er sagte mir, dass die Streikenden für kurze
Zeit die Grenze öffnen. Jetzt hiess es, nichts wie los, und wir erreichten
Costa Rica. Nicaragua ist schon ein sehr interrasantes, aber auch sehr armes
Land. Uns hat es dort sehr gefallen. Und ich habe mir gesagt, diesen W50 habe
ich mit bezahlt oder doch die MZ oder vielleicht den Lada 1600. Egal. Auf jeden
Fall scheint was von unseren Spenden angekommen zu sein. Wenn das Land noch ein
paar Jahre politische Ruhe hat, dürfte es ihm und den Nicas besser gehen
als heute. Vielleicht ja so gut, wie heute der Bevölkerung in Costa Rica.
Wir wollten uns nun die "Schweiz Mittelamerika s" ansehen. |
| Costa Rica |
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| Dieses Land sollten wir
in sehr kurzer Zeit durchqueren. Einerseits hatten wir im Moment keine Lust auf
Strände und Meer, andererseits waren die Nationalparks und
Sehenswürdigkeiten sehr teuer. Der Ausdruck "Schweiz Mittelamerikas"
bezieht sich scheinbar nicht nur auf die herrliche Landschaft, sondern auch auf
die Preise. An der Grenze mussten wir wieder einmal eine
Haftpflichtversicherung abschliessen. Diese gab es gleich zum Permiso dazu,
eigentlich sehr lobenswert. Allerdings mussten wir uns wieder für 3 Monate
versichern, obwohl unsere Twin nach 30 Tagen das Land verlassen musste. Ja, so
kann man auch Geld verdienen. Wir machten uns auf den Weg zum Lago Arenal.
Direkt an diesem See steht der Vulkan Arenal. Er ist einer der aktivsten der
Welt. Uns wollte er allerdings nicht zeigen, was er so kann. Dies wäre
bestimmt interrasant gewesen. Auf der Suche nach einem Zeltplatz, trafen wir
Manfred Nr.2. Er kommt ursprünglich aus Bayern und hat uns spontan
angeboten, auf seinem Grundstück zu Zelten. Wir blieben 2 Nächte
dort. Im Ort Arenal erhielten wir dann noch eine Adresse einer
Motorradwerkstatt in San Jose. Diese wird von Heimo, ein österreichischer
Aussiedler, betrieben. Wir verliessen den See und fuhren nach San Jose. Hier
blieben wir ebenfalls zwei Nächte und besuchten Heimo. Dieser konnte uns
ein neue Kette besorgen und versuchte unseren Luftfilter wieder
luftdurchlässig zu machen. Dies gelang ihm auch. Nach dem alles erledigt
war, ging es Richtung Panama. Die Panamericana führte über einen
schönen 3370Meter hohen Pass und folgte dann einem herrlichen Flusstal.
Nach gerade 7 Tagen Costa Rica standen wir schon an der Grenze zu Panama und es
folgte eine Zeit des Organisierens. Schliesslich ist Panama wie eine grosse
Sackgasse für Panamericana - Reisende. Bis heute fehlen etwa 200km Strasse
zwischen Panama und Kolumbien. |
| Panama |
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| Nach einer zügigen
Grenzüberquerung, ging es auf dem schnellsten Wege nach Panama City. In
Panama City angekommen, hiess es, sich im chaotischen Verkehr zu recht
zufinden. Dies war gar nicht so einfach, da wir nur einen sehr einfachen
Stadtplan in unserem Reiseführer hatten. Wir standen gerade wieder einmal
suchend da, als zwei Polizisten auf ihren 125ccm Mopeds neben uns hielten. Erst
wollten sie uns den Weg erklären, fanden es dann aber doch einfacher, uns
zu eskortieren. Sie fuhren stolz vor uns her und keine 3 Minuten später
waren wir dort, wo wir hinwollten. Nun standen wir vor dem Hotel Central,
einstmals das grösste und luxuriöste Hotel in ganz Mittelamerika.
Heute ist es leider sehr heruntergekommen, aber es versprüht noch eine
Menge alten Charme. Es steht zwar mitten im alten Zentrum, aber heutzutage
verlaufen sich kaum Touristen hierher. Eigentlich schade. Unsere Kleine konnte
in der ehemaligen Palmenhalle parken, und wir genossen den Blick über die
Plaza von unserem Balkon aus. Am nächsten Tag begann der stressige Teil
unseres Aufenthaltes in Panama City. Wir mussten für uns und das Motorrad
eine Transportmöglichkeit finden, wobei der Motorradtransport das
grössere Problem war. Wir hatten uns entschieden, Kolumbien auszulassen,
da uns dort die Reise zu unsicher erschien. Kolumbien taten wir bestimmt
unrecht damit, aber es gibt halt ein paar Kolumbianer, die Kidnapping als Hobby
haben. So wollten wir direkt nach Quito/ Ecuador reisen. Anfangs versuchten wir
ein Schiff zu finden, welches die Twin und vielleicht auch uns mitnimmt. Dies
war jedoch erfolglos. Unser Motorrad hätte in einen Kontainer gemusst, und
dies kostet mindestens 900US$ nach Ecuador. Wir mussten so oder so fliegen,
also sollte auch unsere Kleine ihren ersten Flug bekommen. Wir fuhren also zum
Cargo-Airport und fragten überall herum, wer solch einen Motorradtransport
macht und zu welchem Preis. Es gab jedoch nur zwei Möglichkeiten. Einmal
mit GIRAG für 500US$ über Bogota oder mit INTERTRADE für etwa
570US$ über Miami?!. Wir vertrauten unser Motorrad GIRAG an, und es sollte
alles bestens funktionieren. Wir buchten für uns zwei Tickets nach Quito
zum Preis von 261US$ + 20US$ Flughafensteuer. Jedoch, bevor wir unsere Twin
abgaben, fuhren wir zum Panamakanal und besichtigten die Miraflores Locks. Dies
war wahnsinnig interrasant und beeindruckend. Die riesigen Tanker und
Containerschiffe haben häufig nicht mehr als 30cm auf jeder Seite Platz
bis zur Mauer. In den Schleusen werden diese Schiffe in 8 Minuten 8 Meter
gehoben oder abgesenkt. Der Kanal ist schon ein Meisterwerk der Technik und
läuft auch ohne Amis scheinbar reibungslos. Die Amerikaner haben 2000 den
Kanal entgültig an Panama übergeben. An die USA-Zeit des Kanals
erinnern heute nur noch die vielen Häuser und Kasernen, welche fast alle
leer stehen. Nachdem unsere Twin bei der Spedition abgegeben war, wir
kontrollierten die Reisevorbereitungen der Kleinen, besichtigten wir noch ein
paar Internet-Cafes und schlenderten durch die Einkausstrassen der Neustadt.
Wir gönnten uns auch mehrere Male das Abenteuer einer Taxifahrt. Mit
soviel Kampf und Leidenschaft wird wahrscheinlich nur selten in der Welt
gefahren. Hupen, Drängeln und Schuppsen; all dies beherrschen die
Taxifahrer perfekt. Aber wir fanden auch ruhige Fahrer, und diese waren
häufig schneller am Ziel, als ihre aggressiven Kollegen. Was lernen wir
daraus, in der Ruhe liegt die Kraft. Am 7.12. starteten dann auch wir Richtung
Quito, nach etwa einer Woche Panama City. Es war nicht nur ein Abschied von
Panama, sondern von ganz Mittelamerika. In etwas mehr als einem Monat
durchquerten wir die Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika und
fühlten uns wohl dort. Aber nun hatten wir genug von Dschungel und
ständiger Hitze und freuten uns auf Ecuador und Südamerika. |
| Adios
Central America!!! |
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